Anschluss und Standortlast
Der Standort besitzt modellhaft 1.000 kW Anschlussleistung. Die übrige Standortspitze beträgt 450 kW und muss zeitlich eingeordnet werden.
Musterfall 02 | Flottenelektrifizierung
Ein Depot soll zunächst 20 und später 60 elektrische Fahrzeuge zuverlässig laden, ohne installierte Ladeleistung mit dem tatsächlichen Netzbedarf zu verwechseln.
Der Musterfall trennt Fahrzeugenergie, Ladefenster, Anschlussleistung, übrige Standortlast, Lastmanagement, PV-Carport, BESS und späteren Netzausbau.
Alle Werte, Zeitpunkte und Ergebnisse sind transparente Modellannahmen. Der Fall bildet kein reales Kundenprojekt ab.
Systemgrenze: Betrachtet werden Fahrzeugenergie, Ladefenster, Ladeparkbezug, übrige Standortlast, PV und BESS. Nicht enthalten sind Fahrzeugbeschaffung, konkrete Ladehardwareauslegung, Tiefbau- oder Netzplanung.
Ausgangssituation
Die Modellwerte werden im realen Projekt durch belastbare Standortdaten ersetzt.
Der Standort besitzt modellhaft 1.000 kW Anschlussleistung. Die übrige Standortspitze beträgt 450 kW und muss zeitlich eingeordnet werden.
20 Fahrzeuge benötigen im Muster jeweils 160 kWh Tagesenergie.
Die Architektur soll später 60 Fahrzeuge unterstützen und darf nicht nur auf die erste Ausbaustufe optimiert werden.
Die Fahrzeuge kehren zwischen 16:00 und 20:00 Uhr zurück und fahren teilweise bereits ab 04:00 Uhr wieder ab.
Ladepunkte bis 150 kW werden angenommen. Die Summe der Nennleistungen ist nicht mit dem erforderlichen Netzbezug gleichzusetzen.
Ein PV-Carport mit 1,2 MWp und eine BESS-Prüfgröße von 1 MW / 2 MWh werden nur bei zeitlicher Deckung beziehungsweise nachgewiesenem Engpass bewertet.
Verkürzte Standardantwort
20 Ladepunkte mit jeweils 150 kW ergeben 3 MW. Deshalb benötigt das Depot 3 MW zusätzliche Anschlussleistung.
Die installierte Ladeleistung beantwortet nicht, welche Energiemenge bis zu welcher Abfahrt bereitstehen muss. Entscheidend sind Fahrzeugbedarf, Rückkehrzeit, Ladezustand, Wirkungsgrad, Priorität und das verfügbare Ladefenster.
ICS-Entscheidungslogik
Die Lösung wird nicht aus einem einzelnen Produktmerkmal abgeleitet. Entscheidend ist die tatsächliche Standortaufgabe.
Welche Energiemenge benötigt jedes Fahrzeug tatsächlich für die nächste geplante Tour?
Wann treffen die Fahrzeuge real ein und welche Streuung zeigen Telematik- und Betriebsdaten?
Welche Fahrzeuge müssen zuerst bereitstehen und welche Mindestreichweite ist jeweils erforderlich?
Welche Restleistung steht in jeder relevanten Viertelstunde nach Abzug der übrigen Standortlast zur Verfügung?
Welche Leistung können Fahrzeug und Ladepunkt in Abhängigkeit vom Ladezustand tatsächlich aufnehmen?
Wie funktionieren 20, 40 und 60 Fahrzeuge, ohne dass die erste Investition den Zielbestand blockiert?
Sie müssen die passende Technologie oder Leistung noch nicht kennen. Schildern Sie ICS Ihre Ausgangssituation. ICS ordnet ein, welche Fragen zuerst geklärt werden sollten.
Datengrundlage
Fehlende technische oder wirtschaftliche Grundlagen werden nicht geraten. Sie bestimmen, welche Prüfung als Nächstes erforderlich ist.
Tourlängen, Energieverbrauch, Rückkehrzeiten, Abfahrten und verbleibende Ladezustände.
Viertelstundenlastgang und zeitliche Überschneidung zwischen Betriebs-, Gebäude- und Ladeleistung.
Batteriekapazität, Ladekurve, maximale Ladeleistung, Reserven und betriebliche Mindestreichweite.
Ladepunktkonzept, Gleichzeitigkeitsregel, Verfügbarkeit, Redundanz und Anforderungen an Backend und Abrechnung.
Zeitliche Überdeckung von Fahrzeuganwesenheit, Tagesladung, Erzeugung und übriger Standortlast.
Engpassdauer, benötigte Leistung, Energieinhalt, Wirkungsgrad, Wiederaufladung und Mehrfachnutzung.
Kritischer Betriebsfall
Eine robuste Depotplanung benötigt mindestens Normalnacht, verspätete Rückkehr und die Überlagerung mit der übrigen Standortspitze.
Planmäßige Rückkehr und acht Stunden nutzbares Fenster werden gegen das Anschlusslimit und die notwendige Fahrzeugbereitschaft geprüft.
Ein verkürztes Ladefenster, unterschiedliche Ladezustände und vorgezogene Abfahrten erhöhen die benötigte Leistung.
Ladebedarf und übrige Standortlast werden je Viertelstunde überlagert. Der kritische Wert ist der maximale Gesamtbezug.
Rechenanker
20 Fahrzeuge mal 160 kWh ergeben 3.200 kWh. Gleichmäßig über acht Stunden verteilt entsprechen sie 400 kW mittlerer Fahrzeugladeleistung. Bei einem angenommenen Gesamtwirkungsgrad von 90 Prozent wären netzseitig rund 444,4 kW erforderlich.
Grenze der Musterrechnung: Rückkehrstreuung, Ladekurven, Reserve, unterschiedliche Startladezustände, vorgezogene Abfahrten und der zeitgleiche übrige Standortbedarf sind noch nicht enthalten.
Lösungsräume
Lastmanagement bildet den Ausgangspunkt. PV, BESS und Netzausbau werden nur entsprechend ihrer tatsächlichen zeitlichen Wirkung ergänzt.
Fahrzeuge laden bei Ankunft mit verfügbarer Maximalleistung. Die Lösung ist einfach, aber schlecht skalierbar und erzeugt hohe Gleichzeitigkeit.
Ladeleistung wird nach Energiebedarf, Abfahrt und Mindestreichweite priorisiert.
Tagesladung und PV-Carport werden gekoppelt, soweit Fahrzeuganwesenheit und Erzeugung tatsächlich zusammenfallen.
Ein Speicher überbrückt kurze nachgewiesene Leistungsengpässe. Er ersetzt keine dauerhaft fehlende Anschlussenergie.
Langfristige Anschluss- und Verteilungskapazität wird passend zum Zielbestand vorbereitet.
Ladepunkte, Steuerung, Daten, Netzanschluss, Betrieb und Erweiterung werden gemeinsam für 20, 40 und 60 Fahrzeuge geplant.
Ergebnisoffenheit
ICS setzt keinen technischen Sieger vorab fest. Verändert sich eine wesentliche Randbedingung, kann ein anderer Lösungsweg geeigneter werden.
Wenn nachts dauerhaft ausreichende Restleistung vorhanden ist, kann Lastmanagement die erste Ausbaustufe ohne BESS tragen.
Bei später Rückkehr oder früher Abfahrt können höhere Ladeleistung, zusätzliche Anschlussleistung oder ein Speicher erforderlich werden.
Wenn Fahrzeuge tagsüber am Standort stehen, steigt die direkte Nutzbarkeit des PV-Carports.
ICS-Einordnung
Die erste Stufe setzt auf energie- und abfahrtsbasiertes Lastmanagement. PV und BESS werden nur bei zeitlicher Deckung beziehungsweise nachgewiesenem Leistungsengpass ergänzt. Die Architektur wird so vorbereitet, dass der spätere Zielbestand nicht durch die erste Investition blockiert wird.
Die abschließende technische Bewertung bleibt an geprüfte Standortdaten und die erforderliche Fachplanung gebunden.
Leistungen
Die passende Leistung muss vor der Kontaktaufnahme nicht feststehen. Wer den nächsten Schritt genauer verstehen möchte, kann die folgenden Leistungswege vertiefen.
Energiebedarf, Ladefenster und verfügbaren Standortbezug als gemeinsame Aufgabe strukturieren.
Telematik, Lastgänge, Fahrzeugdaten und Anschlussstruktur für die weitere Planung erfassen.
Lade-, Lastmanagement-, PV-, BESS- oder Netzausbaukonzepte auf Skalierbarkeit und Abhängigkeiten prüfen.
Fachliche Grundlagen
Je nach Anschlussebene insbesondere VDE-AR-N 4100, VDE-AR-N 4110 und die TAB des zuständigen Netzbetreibers prüfen.
Anwendungsbereich nach öffentlicher Zugänglichkeit, Nutzung, Zahlungsfunktion und Preisinformation projektspezifisch einordnen.
Abrechnung, Gebäudebezug und konkrete Nutzung bestimmen, welche Anforderungen im realen Projekt einschlägig sind.
ICS verbindet die relevanten technischen, wirtschaftlichen und betrieblichen Perspektiven und führt zum passenden weiteren Vorgehen.
Erforderliche Bestandsaufnahmen, Messungen, Fachplanungen, Projektierungen, Ausführungen, Finanzierungs- und Betriebsleistungen werden über entsprechend qualifizierte ICS-Partner erbracht.
Vertiefen
Ladebedarf, Standzeiten, Lastmanagement und Ausbaupfad vertiefen.
Ladeleistung nach Energiebedarf, Anschlussgrenze und Abfahrt priorisieren.
Anschlussleistung, Transformatorreserve und elektrische Erweiterbarkeit gemeinsam betrachten.
Wenn sich Fragestellungen dieses Musterfalls an Ihrem Standort wiederfinden, können Sie Ihre tatsächliche Ausgangssituation direkt über ICS anfragen.