Spitzenhöhe
Die Differenz zwischen tatsächlicher Last und Zielwert bestimmt, welche Entladeleistung der Speicher bereitstellen muss.
Peak Shaving mit Batteriespeicher
Peak Shaving kann Leistungskosten reduzieren oder elektrische Infrastruktur entlasten. Der Batteriespeicher muss dafür Höhe, Dauer und Wiederholung der relevanten Lastspitzen beherrschen.
Eine hohe Speicherkapazität allein reicht nicht aus. Entscheidend sind Entladeleistung, nutzbare Energiemenge, Ladezustand, Reaktionsgeschwindigkeit und verfügbare Nachladefenster.
Die wirtschaftliche Wirkung entsteht nur, wenn die relevante Leistungsspitze zuverlässig unter dem festgelegten Zielwert bleibt.
Peak Shaving funktioniert, wenn eine erkennbare und wiederkehrende Leistungsspitze mit ausreichender Speicherleistung und genügend nutzbarer Energie abgedeckt werden kann.
Zwischen den Spitzen müssen Ladefenster bestehen. Das Nachladen darf nicht selbst eine neue relevante Lastspitze erzeugen.
Erst das zeitliche Muster zeigt, ob eine Lastspitze technisch und wirtschaftlich für Peak Shaving geeignet ist.
Die Differenz zwischen tatsächlicher Last und Zielwert bestimmt, welche Entladeleistung der Speicher bereitstellen muss.
Kurze Spitzen benötigen vor allem Leistung. Längere Belastungen erfordern zusätzlich eine ausreichende nutzbare Energiemenge.
Mehrere Spitzen innerhalb eines Tages stellen andere Anforderungen an Ladezyklen und Reserven als einzelne seltene Ereignisse.
Der Zeitpunkt entscheidet, ob der Speicher vorher geladen werden kann und welche weiteren Verbraucher gleichzeitig Leistung benötigen.
Planbare Produktionsabläufe lassen sich anders steuern als unregelmäßige Ereignisse. Prognosefehler benötigen technische Reserven.
Zwischen zwei Spitzen müssen ausreichend Zeit und freie Anschlussleistung für ein kontrolliertes Nachladen vorhanden sein.
Jahresverbrauch und Jahreshöchstleistung reichen nicht aus. Für die Auslegung wird der zeitliche Verlauf der Last benötigt.
Der Lastgang zeigt Anstieg, Dauer, Wiederholung und Rückgang der relevanten Leistungsspitzen.
Tarif, Abrechnungsperiode und Ermittlung des Leistungspreises bestimmen, welche Reduzierung wirtschaftlich wirksam werden kann.
Maschinen, Ladeinfrastruktur, Wärme, Kälte und weitere Lasten müssen den sichtbaren Spitzen zeitlich zugeordnet werden.
Schichtmodelle, Anfahrvorgänge, Produktionspläne und Pausen erklären, warum und wann Spitzen entstehen.
Netzanschluss, Transformator, Schaltanlage, Kabel und Verteilung können unterschiedliche Leistungsgrenzen besitzen.
Neue Produktion, Elektrifizierung und Ladeinfrastruktur können Höhe, Dauer und Häufigkeit der Lastspitzen verändern.
Derselbe Spitzenwert kann aus einer kurzen Belastung oder aus einem länger anhaltenden Leistungsbedarf entstehen.
Für den Speicher sind beide Fälle grundverschieden: Der erste verlangt vor allem Leistung, der zweite zusätzlich Kapazität.
Peak Shaving ist eine Aufgabe aus Leistung und Zeit. Beide Größen müssen getrennt bestimmt und gemeinsam ausgelegt werden.
Der Speicher muss die Differenz zwischen Standortlast und Zielwert rechtzeitig ausgleichen können.
Die erforderliche Energiemenge ergibt sich aus der abzudeckenden Leistung über die vollständige Spitzendauer.
Ladezustandsgrenzen, Wirkungsgrad, Reserven und Alterung reduzieren die tatsächlich verfügbare Energiemenge.
Das Nachladen darf weder den Zielwert überschreiten noch eine neue wirtschaftlich relevante Spitze erzeugen.
Messung, EMS, PCS und Batteriesystem müssen schnell genug auf einen steilen Lastanstieg reagieren.
Prognoseabweichungen, neue Verbraucher und nachlassende Batterieleistung können Reserven erforderlich machen.
Die technische Kappung ist noch kein positiver Business Case. Es zählt die dauerhaft erreichbare Wirkung nach allen Kosten und Verlusten.
Zunächst ist zu klären, ob und wie die gemessene Höchstleistung in der Kostenstruktur des Standorts wirksam wird.
Eine stärkere Kappung kann höhere Einsparungen ermöglichen, verlangt aber meist mehr Leistung und Kapazität.
Batterie, PCS, Transformator, Schaltanlage, EMS, Planung, Bau und Inbetriebnahme gehören zur Investition.
Umwandlung, Speicherung, Temperaturführung und Hilfsaggregate reduzieren die wirtschaftlich nutzbare Energie.
Alterung kann verfügbare Leistung und Kapazität über die Laufzeit verändern und muss im Business Case berücksichtigt werden.
Monitoring, Wartung, Software, Störungsreaktion und laufende Anpassung des Zielwerts verursachen Aufwand.
Reicht der Ladezustand bei einer entscheidenden Lastspitze nicht aus oder reagiert das System zu spät, kann der höhere Leistungswert weiterhin wirksam werden.
Deshalb sind Szenarien für Prognosefehler, veränderte Lasten, Wartung, Störungen und Alterung erforderlich.
Ohne Dauer, Verlauf und Wiederholung bleibt die erforderliche Leistung und Energiemenge unklar.
Der Jahresverbrauch beschreibt keine Lastspitze. Gleiche Verbrauchsmengen können völlig unterschiedliche Lastgänge besitzen.
Eine große Energiemenge hilft nicht, wenn das PCS die notwendige Leistung nicht rechtzeitig bereitstellen kann.
Fehlende Ladefenster können dazu führen, dass der Speicher bei der nächsten Spitze nicht ausreichend geladen ist.
Neue Maschinen oder Ladeinfrastruktur können eine auf den heutigen Lastgang begrenzte Auslegung frühzeitig überholen.
Tarife, Produktion, Ladezustand, Alterung und Verfügbarkeit verändern die Wirkung über die Laufzeit.
Ergänzend zur Auslegung müssen Messauflösung, Zielwert und das Verhalten bei einer nicht vollständig gekappten Spitze geklärt werden.
Die Messauflösung muss zur Abrechnungs- und Lastspitzenlogik passen. Durchschnittswerte über lange Zeiträume können kurze Leistungsspitzen verdecken. Lastgang, Abrechnungsdaten und technische Messwerte sollten deshalb gemeinsam geprüft werden.
Der Zielwert ergibt sich aus Lastgang, Tarifstruktur, wiederkehrenden Spitzen, Ladefenstern, betrieblichen Reserven und der wirtschaftlich sinnvollen Speichergröße. Er sollte nicht frei oder ausschließlich aus dem bisherigen Höchstwert abgeleitet werden.
Der Netzbezug steigt wieder an. Eine nicht vollständig gekappte Spitze kann die erwartete wirtschaftliche Wirkung erheblich reduzieren. Dauer, Wiederholung und Ladezustandsreserve müssen deshalb belastbar bewertet werden.
Sind Höhe, Dauer, Häufigkeit und Ladefenster bekannt, können Speicherleistung, Kapazität und wirtschaftlicher Zielwert konkretisiert werden.
Bei dauerhaft zusätzlichem Leistungsbedarf müssen Speicher, Netzanschluss, Transformator und Standortentwicklung gemeinsam betrachtet werden.